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Zitate
1. Die Geschichte des Diamantenhandels

1. Die Geschichte des Diamantenhandels
5. Marktregulierung
2. Die historische Entwicklung des Diamantmonopols
6. Der Diamantcrash 1981
3. Die Struktur des Diamantmarktes in den 90er Jahren
7. Fazit
4. Monopolmacht
8. Das Oppenheimer Imperium
Literaturverzeichnis

Die ältesten Berichte über den Diamanthandel sind in dem Manuskript "Arthaschastra" des altindischen Staatstheoretikers Kautilja zu finden. Aus der Schrift geht hervor, dass bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. Diamanten im Süden Mittelindiens gefunden und in weiten Teilen Kleinasiens, des Mittleren Ostens bis nach Italien gehandelt wurden 1.

Zunächst war der Diamant nicht wegen seiner Schönheit und Brillanz begehrt. Die Technik des Schleifens, die aus dem wenig reizvollen Rohdiamanten erst den Schmuckstein hervorbringt, wurde erst Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelt. Es war der Mythos, der Diamant übertrage den ausschließlich männlichen Eigentümern die ihm eigene Härte und verleihe dem Träger die Eigenschaft der Unbezwingbarkeit, der die Nachfrage nach dem "kostbarsten aller Güter" 2 zunehmend erhöhte. 3

"Derjenige, der einen Diamanten trägt, kann alle Gefahren von sich wenden, sei er nun von Schlangen, Feuer, Gift oder Krankheit, von Dieben, Wasser oder bösen Geistern bedroht." 4 Aufgrund dieses Mythos war der Diamant ein begehrtes Gut der östlichen Herrscherhäuser, die einen großen Teil der indischen Produktion vereinnahmten.

Der Diamanthandel konzentrierte sich zunächst auf die indische Festungsstadt Golconda. Die Herrschenden Golcondas erkannten schon sehr früh, daß die Höhe des Diamantpreises von der Seltenheit des Diamanten abhing und übten daraufhin Produktionskontrollen aus, um die Angebotsmenge zu beschränken. Zudem verbreiteten sie gezielt den Mythos von der "Zauberkraft" des Diamanten, um die Nachfrage zu erhöhen. 5

Nur ein geringer Anteil der geförderten Diamanten gelangte von Golconda über die damals bekannten Handelsstraßen nach Europa. Venedig bildete die Verbindungsstelle zwischen Indien und Europa und hielt über zwei Jahrhunderte das Zwischenhandelsmonopol, bis mit der Entdeckung des direkten Seeweges nach Indien ein weiterer Handelsweg über Lissabon zur Verfügung stand. 6

Mit der Entwicklung und zunehmenden Verbesserung der Schleiftechnik wurde der Diamant als Schmuckstein von hoher Brillanz entdeckt. Die optischen Eigenschaften des geschliffenen Diamanten und der Mythos, der den Diamanten weiterhin umgab, ließen die Nachfrage seitens des europäischen Adels und der Fürstenhöfe ansteigen, denen er wegen seines hohen Wertes lange Zeit vorbehalten blieb.

Mit der wirtschaftlichen Erstarkung des Bürgertums im 17. Jahrhundert und insbesondere im 18. Jahrhundert wurden Diamanten zunehmend von der reichen Bürgerschicht nachgefragt. Die steigende Nachfrage in Europa konnte aber nicht mehr durch die indische Diamantproduktion gedeckt werden, da die dortige Produktion abnahm und die indischen Diamantfelder Ende des 17. Jahrhunderts erschöpft waren. 7

Im Jahr 1725 wurden Diamantvorkommen in Brasilien entdeckt. Trotz der stetig steigenden Nachfrage kam es 1740 zu einem Preisverfall auf dem Diamantmarkt. In kürzester Zeit war es zu einem sehr großen Angebot brasilianischer Diamanten auf dem europäischen Markt gekommen, was den Glauben förderte, die brasilianischen Vorkommen seien unbegrenzt. Da die Diamanten aus Südamerika über Lissabon nach Europa importiert wurden, bedeutete dieser Preisverfall eine erhebliche Einschränkung der Steuereinnahmen der portugiesischen Krone. Daher versuchte das portugiesische Königshaus über die Errichtung eines Transportmonopols in Verbindung mit einer Anhebung der Frachtkosten sowie durch die Erhöhung der Anmelde und Lizenzgebühren für das Schürfen der Diamanten, das Angebot wieder zu beschränken. 8

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts waren die brasilianischen Diamantfelder weitgehend erschöpft, und es konnte nicht mehr gewinnbringend produziert werden. Die Nachfrage stieg aber weiterhin an, da das seit dem 18. Jahrhundert. im Zuge der Industrialisierung entstehende finanzkräftige Bürgertum seine gesellschaftliche und finanzielle Position u. a. durch Diamantschmuck dokumentieren wollte. Durch die Entdeckung der Diamantvorkommen Ende des 19. Jahrhunderts in Südafrika, wo auch gegenwärtig noch Diamanten gefördert werden, war die Deckung dieses zunehmenden Bedarfes wieder gewährleistet. 9

Heute wird die stetig steigende Nachfrage, die auf dem Diamantmarkt zu verzeichnen ist, überwiegend durch die in den afrikanischen Staaten Botswana, Zaire, Angola, Sierra Leone, Südafrika und Namibia sowie in Rußland und Australien geförderten Diamanten gedeckt. 10

Aus dieser kurzen Retrospektive, die keineswegs den Anspruch der Vollständigkeit erhebt, wird ersichtlich, dass seit dem Beginn des Diamanthandels das Verhältnis von Angebot und Nachfrage manipuliert worden ist und der Diamantmarkt bereits früh monopolistische Tendenzen aufgewiesen hat.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Ausüben von Produktions- und Handelskontrollen dadurch begünstigt, daß die Diamantproduktion stets auf ein Gebiet bzw. Land beschränkt war und sich der Handel lange Zeit auf nur wenige Handelswege konzentrierte.
Heute werden Diamanten in allen Teilen der Welt gefördert und gehandelt. Trotz dieser weltweiten Produktion und des internationalen Handels mit Diamanten wird fast der gesamte Diamantmarkt seit mehr als 70 Jahren von einem Unternehmen beherrscht - De Beers.

Nahezu alle diamantproduzierenden Staaten geben den Hauptteil ihrer Rohdiamantproduktion an die "Central Selling Organisation" (CSO) in London ab. Diese Verkaufsorganisation wird von dem Unternehmen De Beers kontrolliert und geleitet, welches sich aus den Unternehmen "De Beers Mining Company" mit Sitz in Südafrika und "De Beers Centenary AG" mit Sitz in der Schweiz zusammensetzt.

Nach eigenen Angaben kontrolliert De Beers durch die CSO ca. 80% der globalen Diamantproduktion. 11 De Beers ist somit weitgehend marktbeherrschend. Wie in der Arbeit zu zeigen sein wird, ist das Unternehmen aufgrund dieser Marktmacht in der Lage, den Wettbewerb auf dem Diamantmarkt zu beschränken und nahezu alle Diamantproduzenten durch Verträge wirtschaftlich stark an die CSO zu binden, ohne jedoch deren rechtliche und kapitalmäßige Selbständigkeit einzuschränken. Insgesamt wird daher von einem Diamantkartell gesprochen. 12
Da der Absatz der Mitglieder des Kartells über die CSO als die Zentrale Verkaufsorganisation erfolgt, liegt ein Syndikat vor, die straffste Form des Absatzkartells. 13

Die Verkaufsorganisation hat sich durch die Verträge mit den Diamantproduzenten eine starke Marktposition geschaffen und als einziger Nachfrager auf dem Diamantmarkt etabliert. Die CSO ist somit der einzige Nachfrager, dem wenige Diamantproduzenten als Anbieter gegenüberstehen, weshalb von einem beschränkten Nachfragemonopol gesprochen werden kann.
Zugleich stellt die CSO den einzigen "Verkaufskanal" auf dem Diamantmarkt dar und ist somit der einzige Anbieter, dem viele Nachfrager auf dem Diamantmarkt gegenüberstehen. Damit hält die CSO zudem das Angebotsmonopol. 14

1 vgl. Lenzen, 1991, S. 13ff u. Koskoff, S. 23
2 Plinius, zit. n. Lenzen, 1991, S. 15
3 vgl. Lenzen, 1991, S. 15 u. Koskoff, S. 24
4 Buddhabhattas, zit. n. Lenzen, 1991, S. 16
5 vgl. Koskoff, S. 24f
6 vgl. Lenzen / Delveaux, S.29
7 vgl. Lenzen / Delevaux, S. 38
8 vgl. Lenzen, 1991, S. 61f
9 siehe hierzu Punkt 2.1
10 vgl. hierzu Anhang 10
11 vgl. De Beers (Hrsg), De Beers and the Diamond Industry, S.3. Vgl. hierzu auch Gibson, S. 43 u. Sarkis, S. 40
12 vgl. Wöhe, S. 336ff
13 vgl. Wöhe, S. 340f
14  vgl. Wöhe, S. 556, Gutenberg, 1984, S. 188 u. Frank, S. 109



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